Nachhaltig leben

6. Was können wir tun?

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Erstens

Wirtschaft nachhaltig ausrichten 

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Das globale Wirtschaftssystem mit ungebremstem Wachstum und einer von uns Menschen kaum noch kontrollierbaren Eigendynamik gefährdet zunehmend unsere natürliche Lebensgrundlage und das Zusammenleben auf der Erde.

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Wir müssen den Weg hin zu nachhaltigem Wirtschaften einschlagen und unser zukünftiges Wirtschaften auf einer mit Menschen vollen Erde neu denken.

Green Economy, Zukunftsstadt, Energiewende sind zentrale Systeme menschlichen Zusammenlebens, deren Transformationen von fundamentaler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unserer Lebens- und Wirtschaftsweise sind. 
Forschung für Nachhaltige Entwicklung FONA - Bundesministerium für Bildung und Forschung, Deutschland.  


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Schweizer Privatbank Lombard Odier zum Thema Nachhaltigkeit
Rat für nachhaltige Entwicklung - Deutschland 
Nationales Forschungsprogramm Schweiz - Nachhaltige Wirtschaft

Zweitens

Ungleichgewicht zwischen armen und reichen Ländern verkleinern - Wachstum der globalen Bevölkerung stoppen 


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Wir müssen Denkmuster entwickeln, wie wir das grosse Ungleichgewicht zwischen den reichen und den armen Ländern verkleinern können. 

Erst dann vermutlich, wenn die Menschen in den ärmeren Ländern auch einen guten Lebensstandard erreichen, kann das grosse Bevölkerungswachstum gestoppt werden.

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Jeden Monat leben derzeit rund 7 Millionen mehr Menschen auf unserer Erde. In wenigen Jahrzehnten werden wir schätzungsweise 10 bis 12'000 Millionen Menschen sein. 


Drittens

Überkonsum zurückfahren 

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Immer mehr Menschen in den reichen Ländern realisieren, wie unverantwortlich und egoistisch wir uns verhalten und welch grosse, unbezahlte Rechnung wir unseren Kindern und Enkelkindern hinterlassen. 

  • Ältere Menschen staunen, wie rasch und umwälzend sich die Welt seit ihrer Kindheit verändert hat und dies nicht nur zum Guten. 
  • Jüngere Menschen staunen, welch hohen Preis wir für unseren wachstumsorientierten Lebensstil bereits bezahlt haben und noch zu zahlen haben, sollte es unverändert so weitergehen.

Der überbordende Konsum ist möglich, weil wir den Preis dafür nur zu einem kleinen Teil selber zahlen.

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Der Hauptanteil geht auf Kosten der Natur, ein weiterer Teil zahlen Menschen in andern Regionen der Welt und zukünftig zahlen unsere Kinder und Enkelkinder dafür.

Der stetig wachsende Konsum von uns allen ist der Motor, der das stetige Wachstum unserer Wirtschaft antreibt. 

Der damit verbundene grosse Verschleiss der Natur bedroht jetzt aber die Lebensgrundlage von uns Menschen auf der Erde. Das bedeutet, wir müssen so rasch als möglich den masslosen Konsum zurückfahren. 

Viertens

Saubere und effiziente Technologie anwenden 

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Veraltete, umweltschädliche und ineffiziente Produktionen müssen rasch mit neuen Technologien ersetzt werden.

Wir unterliegen aber einem grossen Trugschluss, wenn wir denken, mit zunehmender technologischer Effizienzsteigerung unseren gewohnten Lebensstil unverändert weiterführen zu können. 

Denn die grossen Auswirkungen auf unsere Umwelt durch unseren überbordenden Konsum und das rasante Bevölkerungswachstum können nur teilweise mit technologischen Verbesserungen kompensiert werden. 


Fünftens

Digitalisierung in den Dienst der globalen Nachhaltigkeit stellen 

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Es ist zu befürchten, dass mit der digitalen Technologie vorerst Natur und Mensch noch effizienter ausgebeutet werden - jedenfalls solange die Politik im Abseits steht.

Es fehlen bisher - bildlich gesprochen - ein Algorithmus zum Wohl von uns Menschen und ein Algorithmus zum Schutz der Natur.

Der Schulterschluss von digitalem Fortschritt und kapitalistischer Ideologie in einer durchmonetarisierten Gesellschaft führt offensichtlich zu einer Konzentration von Macht bei einigen wenigen, meist privaten, Akteuren [..].

Zur Lösung der richtig grossen Probleme [..] hat die Digitalisierung aber so viel wie noch nichts beigetragen. Weil normalerweise nur Ideen auf den Markt kommen, die auch zu Geld gemacht werden können. Die meisten dringlichen Probleme aber sind Probleme, die die Armen betreffen. 

Jonas Lüscher, Schriftsteller - Interview Tages-Anzeiger, 06.01.2018 

Im Großen wirken Digitalisierungsprozesse heute eher als Brandbeschleuniger bestehender nicht nachhaltiger Trends, also der Übernutzung natürlicher Ressourcen und wachsender sozialer Ungleichheit in vielen Ländern.  

Unsere gemeinsame digitale Zukunft. 2019. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung - Globale Umweltveränderungen WBGU


Wir müssen rasch handeln, dabei aber einen kühlen Kopf bewahren. 

Wir brauchen eine besonnene Politik ohne Untergangsszenarien, ohne Ideologien und ohne Einzelinteressen


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Die konkreten Bausteine für eine nachhaltige Entwicklung sind zur Hauptsache folgende Neuausrichtungen, die alle eng miteinander verknüpft sind: 
Quelle: Uwe Schneidewind, Wirtschaftswissenschafter. Die Grosse Transformation. Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels. 2018

  • Wohlstands- und Konsumwende
    Die Frage ist, wie Suffizienz - eine «Kultur des Genug» - möglich ist und wie die Ausbildung einer solchen Kultur mit Rahmenbedingen von der Politik unterstützt werden kann.
  • Energiewende
    Das Ziel der Energiewende ist nur dann zu erreichen, wenn die Umstellung auf erneuerbare Energie zusammengeht mit einer Energiesuffizienz und einer Energieeffizienz. 
  • Ressourcenwende
    Nur wenn der Ressourcenverbrauch pro Kopf um den Faktor 4 bis 5 reduziert wird, bleibt die Menschheit langfristig innerhalb der planetaren Grenzen.
  • Mobilitätswende
    Die Mobilitätswende ist eng mit der Energiewende und der Ressourcenwende verknüpft und braucht damit mehr als nur technologische Entwicklungen.
  • Ernährungswende
    Die heutige Nahrungsmittelproduktion ist für einen wichtigen Anteil der globalen Ressourcen- und CO2 - Belastungen verantwortlich. 30 % der konsumbedingten Umweltbelastungen in Europa werden durch unser Essverhalten verursacht. 
    Der Konsum von Fleisch und Fisch muss markant reduziert werden.
  • Urbane Wende 
    Mitte dieses Jahrhunderts werden rund 80 % aller Menschen weltweit in Städten leben. Für die nachhaltige Entwicklung insgesamt ist die Art und Weise der Stadtentwicklung deshalb von zentraler Bedeutung. [1 +2]
  • Industrielle Wende
    Zwei Ziele sind hier vorrangig: Die Decarbonisierung [CO2 - Ausstoss stoppen] und die Kreislaufwirtschaft. Dazu braucht es technologische Innovation, Kooperation und eine innovative politische Rahmensetzung.

1] z.B. Kopenhagen: Die Hauptstadt Dänemarks will im Jahr 2025 die erste klimaneutrale [CO2-neutrale] Stadt der Welt sein.

2] z.B. Zürich: Die Bevölkerung der grössten Stadt der Schweiz hat in einer Volksabstimmung 2008 beschlossen, den Weg hin zu einer «2'000-Watt-Gesellschaft» zu gehen. Ziel ist es, den Energieverbrauch pro Kopf allmählich auf 2'000 Watt Dauerleistung zu senken sowie pro Person und Jahr höchstens eine Tonne CO2 zu verursachen.
[Energieverbrauch im Jahr 2008 = 5'000 Watt und im Jahr 2019 = 3'500 Watt Dauerleistung pro Kopf].


Wie dringend ist es?

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Es eilt sehr. Ein Systemkollaps ist eine reale Gefahr. [..] Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen bedingt durch das rasante Bevölkerungswachstum, die Übernutzung der Ressourcen und die damit einhergehende Verschmutzung, den Verlust der Biodiversität, und insgesamt erleben wir einen schleichenden Verlust der Lebensgrundlagen.
Ernst Ulrich von Weizsäcker und Anders Wijkman - 
Wir sind dran. 2017

Der Bericht Grenzen des Wachstums an den Club of Rome befasste sich bereits 1972 mit der Zukunft der Weltwirtschaft und äusserte damals die düstere Prognose, wonach 

die absolute Wachstumsgrenze auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht wird, wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält. 

© ittipon | Shutterstock, Inc. [US] 2018   

Einige Verwerfungen auf unserer Erde nehmen ein bedrohliches Ausmass an. 
Mehr dazu: Kp.5 Kritische Entwicklungen

«Notsituation» Klima 

30 Jahre lang haben wir die Forschungsergebnisse der Wissenschaft und ihre Prognosen zum Klimawandel ignoriert.

Jetzt haben wir die Gewissheit, dass der Klimawandel mit seinen Auswirkungen auch auf uns Menschen nicht mehr aufzuhalten ist.

Wenn wir heute handeln und bis 2050 den CO- Ausstoss durch fossile Brennstoffe weltweit gegen null reduzieren, können wir das Schlimmste noch verhindern.

Voraussichtlich schon bald werden wir mit einem feindlichen Klima konfrontiert sein. Millionen von Menschen weltweit werden ihre Heimat verlassen müssen, weil diese überflutet oder durch lang andauernde Trockenheit nicht mehr bewohnbar ist.

Für die davon betroffenen Menschen bedeutet es unsägliches Leid. 

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Der neueste Bericht an den Club of Rome 'Wir sind dran' von 2017 beschreibt den Status quo und ist gleichsam eine Agenda für gesellschaftlich relevante und mögliche Schritte der nächsten Jahre. 

Es wird davon ausgegangen, dass wir heute genügend neues Wissen für die erforderlichen Veränderungen zum Erhalt unserer Welt haben. 


Die Zeit drängt

Aber erst dann vermutlich, wenn der Druck von unten - von uns Bürgern und Bürgerinnen - auf die Politik und Entscheidungsträger wächst, wird der Umwelt- und Klimaschutz den Durchbruch schaffen.

© andriano.cz | Shutterstock, Inc. [US] 2018

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