Nachhaltig leben

7. Drei Massnahmen sofort umsetzen

1. CO2 - Ausstoss stoppen
Umbau des globalen Energiesektors
Sofortiger Schutz des Klimas 

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Die Erderwärmung und damit der Klimawandel schreiten sehr schnell voran.

Die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2  °C erfordert eine rapide Dekarbonisierung der Weltwirtschaft. Scheitert dieses Vorhaben, hat das schwerwiegende Folgen für die zukünftigen Generationen.

Es ist Zeit, endlich der jungen Generation und der Wissenschaft zuzuhören und zu handeln.

Die vergangenen Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und gleichzeitig steigen die weltweiten Emissionen von Treibhausgasen weiter an.

Es müssen Massnahmen in allen emittierenden Sektoren unserer Gesellschaften umgesetzt werden. In der EU beträgt der prozentuale Anteil der Treibhausgas - Emissionen zirka 30 % im Stromsektor, 27 % im Verkehrssektor, 19 % im Industriesektor, 12 % im Gebäudesektor und 12 % im Landwirtschaftssektor.

Positionspapier für Politik und Entscheidungsträger der Klima Allianz Deutschland. Juni 2019:
Zeit für eine wirksame europäische Klimapolitik - Europa zur Klimaunion machen


2. Überkonsum zurückfahren

© Ljupco Smokovski | Shutterstock, Inc. [US] 2018

Wir müssen unseren Lebensstil überdenken und den masslosen Konsum zurückfahren. 

Der Verschleiss der Natur durch unsere konsumorientierte Lebensweise ist zu gross und gefährdet unsere Lebensgrundlage. 

Sehr oft konsumieren wir gar nicht, was wir wirklich brauchen. Vier von fünf Menschen richten den Konsum weniger nach ihren eigenen Bedürfnissen aus, sondern kaufen vielmehr, was ihre Freunde, Verwandten, Nachbarn oder Arbeitskollegen haben. 

Drei mächtige Statussymbole bestimmen noch immer unser Konsumverhalten. 

© Thomas Soellner | Shutterstock, Inc. [US] 2018

Grosses Auto

Seit jeher gilt ein grosses Vehikel als mächtiges Statussymbol. Früher waren es die Prunk-Kutschen von wenigen, dann der Rolls-Royce von einigen, der amerikanische Chevrolet von vielen und heute die immer grösseren Auto von fast allen Leuten.

Seit 1980 hat sich das durchschnittliche Gewicht eines Autos verdoppelt.


Grosser Konsum von Fleisch und Fisch 

Seit jeher gilt grosser Fleischkonsum als mächtiges Statussymbol. Zuerst waren es die Gelage in den Palästen von wenigen [vor 200 Jahren hatten in Europa über 90 % aller Menschen in der Regel kein Fleisch zum Essen], dann das häufige Fleischessen in teuren Restaurants von vielen und heute das tägliche Fleischessen von fast allen Leuten. 

Zudem essen wir heute fast nur noch die besseren Stücke der geschlachteten Tiere, der andere Teil wird weggeworfen. 

Für 1 kg Rindfleisch braucht es rund 33 Quadratmeter landwirtschaftliche Bodenfläche, für 1 kg Kartoffeln dagegen nur 0.3 Quadratmeter. 

Der Fischkonsum pro Kopf hat sich weltweit seit 1960 verdoppelt.

Fleischatlas - Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel. Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Le Monde Diplomatique. 2018.


Grosser Wohnraum

Seit jeher gilt grosser Wohnraum als mächtiges Statussymbol. Früher waren es die Prunk-Schlösser von wenigen, dann die grossen Villen von einigen, das Eigenheim von vielen und heute die grossen Wohnungen von fast allen Leuten.

Die Wohnfläche pro Einwohner z.B. in Deutschland hat sich in weniger als 50 Jahren von 26 auf 46 Quadratmeter im Jahr 2014 fast verdoppelt [ähnliche Entwicklungen gibt es auch in andern Ländern]. Und dabei wird rund ein Drittel des beanspruchten Wohnraums nicht oder kaum genutzt.

Das bedeutet eine grosse Zunahme an Energieverbrauch beim Heizen und ein grosser Folgekonsum wie dem Kauf von Möbeln und vielen zusätzlichen Wohnungseinrichtungen.

Alle drei Statussymbole haben grosse Auswirkungen auf unsere Umwelt.

© Dariusz Jarzabek | Shutterstock, Inc. [US] 2018   © puhhha | Shutterstock, Inc. [US] 2018   © Jenny Sturm | Shutterstock, Inc. [US] 2018


3. Saubere und effiziente Technologien einsetzen

© art4all | Shutterstock, Inc. [US] 2018

Die Auswirkungen durch unseren stetig wachsenden Konsum und das Bevölkerungswachstum können nur teilweise mit technologischen Lösungen kompensiert werden.

Wir brauchen jetzt beides: 

  • die rasche Umsetzung von sauberer Technologie
  • und die nachhaltige Lebensweise von uns in den reichen Ländern. 

Nur so können wir die Schieflage unseres Planeten korrigieren.


© Castlesk | Shutterstock, Inc. [US] 2019 

Unser Entscheid

Wir Menschen in den reichen Ländern können und müssen uns entscheiden: 

  • wollen wir weitermachen wie bisher oder
  • wollen wir unseren überbordenden Konsum drosseln?

Es braucht jetzt verantwortungsvolle und engagierte Menschen, die aus freien Stücken anfangen nachhaltig zu leben. Sie zeigen uns Anderen wie ein nachhaltiges Leben - ganz ohne Lebensqualität einzubüssen - auch in der modernen Gesellschaft möglich ist. 

Wir können allerdings nicht einfach zuwarten, bis wir in der Mehrheit unser Verhalten freiwillig ändern. Das dauert zu lange angesichts der bedrohten Lebensgrundlage von uns Menschen. 

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Die Politik muss Rahmenbedingungen festlegen, 

  • damit unser Wirtschaftssystem sich von der reinen Wachstumsstrategie verabschiedet und prioritär auf eine Nachhaltigkeitsstrategie setzt und
  • damit nachhaltig leben für uns alle im täglichen Alltag praktisch, einfach und bequem wird.

Sie muss Sofortmassnahmen ergreifen wie z.B.:

  • griffige Gesetze erlassen, damit der CO2 - Ausstoss bis im Jahr 2050 gegen Null reduziert wird.
  • staatliche Subventionen für Ressourcenverbrauch stoppen.
    Die fossilen Brennstoffe z.B. werden weltweit mit dem unvorstellbaren Betrag in der Höhe von 6.5 % des globalen Bruttoinlandprodukts BIP [= gesamte globale Wirtschaftsleistung] subventioniert. 

    Quelle: Internationaler Währungsfond IWF, Studie 2015  
    Der Preis für Kerosin z.B. wird in vielen Ländern mit Subventionen in Milliardenhöhe künstlich verbilligt. Ohne diese und weitere Subventionen wäre aber kaum eine Fluggesellschaft auf der Welt - nach rein ökonomischen Kriterien bemessen - überlebensfähig.
  • das Verursacherprinzip generell anwenden. 
    Das Verursacherprinzip ist ein umweltrechtlicher Grundsatz, welcher besagt, dass die Kosten von Massnahmen zum Schutz der Umwelt von den Verursachern zu tragen sind. Wer der Umwelt Schaden zuführt, muss dafür aufkommen. 

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