Nachhaltig leben

9. Was kann jeder Einzelne von uns tun?

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Die Frage, was denn jeder Einzelne von uns tun kann, um für eine nachhaltigere Welt zu sorgen, ist nicht einfach zu beantworten.

Vielleicht können wir Einzelne am meisten bewirken,

  • wenn wir andere Menschen auf den Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung mitnehmen,
  • wenn wir gemeinschaftlich agieren und uns lokal und weltweit vernetzen,
  • wenn wir auf grundlegende Veränderungen in der Politik drängen, damit sie wieder auf die Stimme der Menschen und nicht nur auf die Stimme der grossen Unternehmen und Banken hört.
  • wenn wir unseren kollektiven Konsum um nur zehn Prozent herunterfahren, denn das hätte bereits grosse Auswirkungen auch auf viele der umweltschädlichsten Aktivitäten unserer Wirtschaft.
    Graeme Maxton. 2018. Change! - Warum wir eine radikale Wende brauchen. 

Wichtig ist, dass jetzt viele Menschen individuelle Verhaltensänderungen angehen. 

Richtig wirksam werden diese aber nur zusammen mit strukturellen Veränderungen in unserer Gesellschaft, die die Politik rasch einleiten muss.

Wir brauchen dringend neue Rahmenbedingungen von der Politik,

  • damit sich die Wirtschaft von der reinen Wachstumsstrategie verabschiedet und prioritär auf eine Nachhaltigkeitsstrategie setzt und
  • damit nachhaltig leben für uns alle im täglichen Alltag praktisch, einfach und bequem wird.

Jeder von uns kann sofort vier Massnahmen ergreifen und leistet damit einen wirksamen Beitrag zum Schutze der Umwelt und des Klimas.

1. Weniger konsumieren.

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2. Weniger ins Auto und ins Flugzeug sitzen. 
Faustregel: Fliegen wir nur, wenn wir pro Flugstunde mindestens eine Woche am Zielort verbringen.

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3. Weniger Fleisch und weniger Milchprodukte essen. 
Wenn beispielsweise jeder Schweizer und jede Schweizerin [ = 8 Millionen Menschen] zusätzlich an einem Tag pro Woche kein Fleisch essen, müssen im Jahr mindestens 300'000 Schweine, 8'000'000 Hühner und 25'000 Rinder weniger gemästet und geschlachtet werden. 

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4. Weniger heizen und weniger Wohnraum beanspruchen. 

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Herausforderung für ein kleines Land - zum Beispiel die Schweiz

Was kann die Schweiz tun?

Selbst wenn alle Leute in der Schweiz ihren Treibhausgassaustoss auf null reduzieren würden, wären das nur 0.2 Prozent der weltweiten Emissionen. Heisst das, wir können untätig bleiben? - Nein!

Denn die Schweiz als kleines, aber reiches Land hat noch ganz andere Möglichkeiten, als nur den eigenen Treibhausgasausstoss zu reduzieren.

Die Idee: Schaffen wir eine schweizerische Werkstatt für strategische, globale Klimalösungen. Und zwar von solchen, die global am meisten versprechen. Es geht darum, als handlungsfähiger Kleinstaat für die Welt voranzugehen - und zu tun, was wir am besten können: pragmatische Lösungen entwickeln - zusammen mit andern Staaten und Städten.

Und was kann ich persönlich tun?

Verzichten wir auf Dinge, auf die wir ohne existentielle Verrenkungen verzichten können. Wir können zwar einige Tonnen CO2-Ausstoss pro Jahr einsparen - das stimmt. Aber reparieren können wir das Klima mit privaten Einzelhandlungen nicht.

Also setzen wir uns dafür ein, dass die Schweiz kollektiv auf kluge Art und Weise Verantwortung übernimmt. Etwa, indem wir die Politik dazu ermuntern, eine Klimawerkstatt einzurichten

Aus: Eine helvetische Klimawerkstatt von Ivo Nicholas Scherrer im Online-Magazin REPUBLIK. 06.03.2020

Der Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft könnte für die Menschen in der Schweiz bedeuten:

  1. Den CO2 - Ausstoss von heute durchschnittlich 6 Tonnen im Inland [+ 8 Tonnen im Ausland] bis spätestens im Jahr 2050 auf 1 - 2 Tonnen pro Kopf und Jahr reduzieren.
    Hier mit dem Footprint - Rechner des WWF Schweiz meinen CO2 - Ausstoss berechnen.

  2. Den Ressourcen - Verbrauch von heute durchschnittlich 30 Tonnen längerfristig auf rund 8 Tonnen pro Kopf und Jahr reduzieren.
    Hier mit dem Ressourcen - Rechner meinen ökologischen Rucksack berechnen.

  3. Den Energie - Verbrauch von heute durchschnittlich 5'000 Watt Dauerleistung pro Kopf längerfristig auf rund 2'000 Watt reduzieren.
    [dies entspricht einem Energieverbrauch von 17'450 Kilowattstunden (kWh) pro Person und Jahr]. 

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Beat Ringger. 2019. Das System Change Klimaprogramm.


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