Nachhaltig leben

Wann, wenn nicht jetzt?

4. Was kann ich tun?

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Die Frage, was denn jeder Einzelne von uns tun kann, um für eine nachhaltigere Welt zu sorgen, ist nicht einfach zu beantworten. 

Vielleicht können wir Einzelne am meisten bewirken,

  • wenn wir andere Menschen auf den Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung mitnehmen,
  • wenn wir gemeinschaftlich agieren und uns lokal und weltweit vernetzen,
  • wenn wir auf grundlegende Veränderungen in der Politik drängen, damit sie wieder auf die Stimme der Menschen und nicht nur auf die Stimme der grossen Unternehmen und Banken hört.
  • wenn wir unseren kollektiven Konsum um nur zehn Prozent herunterfahren, denn das hätte bereits grosse Auswirkungen auch auf viele der umweltschädlichsten Aktivitäten unserer Wirtschaft.
    Graeme Maxton. 2018. Change! - Warum wir eine radikale Wende brauchen. 

Wir brauchen sowohl eine Transformation des Systems als auch individuelle Verhaltensänderungen. Das eine ohne das andere wird uns nicht im erforderlichen Tempo zum notwendigen Umfang der Veränderungen führen. 
Übersetzt von: Christiana Figueres and Tom Rivett-Carnac. 2020. The Future We Choose - Surviving the Climate Crisis.

Fünf Aktionen ergreifen


Jeder Einzelne von uns kann sofort 5 Massnahmen ergreifen und leistet damit einen wirksamen Beitrag zum Schutze der Umwelt und des Klimas. 

1. Radikale Reformen von der Politik fordern.

Politiker wählen, die sich für einen wirksamen, nachhaltigen Klima- und Umweltschutz einsetzen.

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2. Weniger konsumieren.

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3. Weniger ins Auto und ins Flugzeug sitzen.

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4. Weniger Fleisch und Milchprodukte essen.

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5. Einen Baum pflanzen.
Oder eines der vielen Projekte unterstützen, die weltweit Bäume pflanzen.

© G-Stock Studio | Shutterstock, Inc. [US] 2020


Vier Ermutigungen
von Umweltaktivistin und Wissenschaftlerin Joanna Macy


1. Die erste ist, dankbar dafür zu sein, in einer Zeit zu leben, die so sehr zur Veränderung herausfordert und diesen sinnlichen, fast erotischen Instinkt in uns weckt, das Leben zu erhalten.

2. Der zweite Ratschlag lautet: Hab' keine Angst vor der Zukunft, die in der Dunkelheit liegt, keine Angst vor Ungewissheit, Stress, Verlorenheit, denn all das gehört zu einem einschneidenden Wandel dazu. Alles Neue reift zuerst im Dunkeln. Und wir können nicht auf fertige Pläne warten, um den nächsten Schritt zu tun.

3. Der dritte Tipp ist: Ärmel hochkrempeln. Engagiere Dich politisch, verschaff Dir Durchblick, stell' Fragen nach Ziel und Sinn. Jeder kann das. Lehn Dich nicht zurück, lass Dich nicht entmutigen oder lähmen. Es gibt so viel zu lernen und zu tun in dieser Zeit.

4. Und viertens würde ich sagen: Habe Mut zur Vision. Wenn wir die Psyche mit einem Muskel vergleichen, dann ist die Vorstellungskraft unser am wenigsten entwickelte Muskel. 

Wir müssen es uns erlauben, positive Visionen der Zukunft in uns erblühen zu lassen. Denn es wird nichts Neues durch uns in die Welt kommen, was nicht vorher in unserem Bewusstsein Gestalt angenommen hat. 
Geseko v. Lüpke. Politik des Herzens. Nachhaltige Konzepte für das 21. Jahrhundert. 2015. S. 93 - 105:  Im Gespräch mit der Ökologin Joanna Macy.


Meinen Lebensstil neu ausrichten


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Meinen Konsum im Alltag hinterfragen. 

Zusätzlich zu meinem täglichen Grundbedarf nur das konsumieren, was mir wirklich einen echten Mehrwert bringt. Mir die hochaktuelle Frage stellen: Haben oder Sein?

Erich Fromm beschreibt in seinem Buch Haben oder Sein? die Voraussetzungen für einen fundamentalen Wandel in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, um die gegenwärtige Krise zu überwinden und von einer Orientierung am Haben zu einer am Sein zu gelangen. 


Meinen Lebensstil auf eine gute Balance zwischen Qualität und Quantität ausrichten. 

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Der konsumorientierte Lebensstil in den reichen Ländern wird zwar von sehr vielen Menschen weltweit angestrebt, ist vermutlich aber doch keine attraktive Option für unsere Kinder und Enkelkinder:

  • erstens, weil wir dadurch der Natur grosse und teilweise irreversible Schäden zufügen und davon viele Menschen in andern Regionen der Welt zuallererst betroffen sind. 
  • zweitens, weil der Preis, den wir in unserem Leben dafür zahlen, im Vergleich zum gewonnenen Nutzen unverhältnismässig hoch ist, was sich am Leiden so vieler wohlhabender Menschen in den Industrieländern zunehmend bemerkbar macht. 

Es stellt sich uns die Frage: Welche Lebensphilosophie steht eigentlich hinter der Unersättlichkeit von uns, die wir so hartnäckig und dabei so leidenschaftslos und missmutig auf Kosten anderer und der Umwelt leben?  
Gabriela Simon. Mehr Genuss! Mehr Faulheit! Mehr Schlendrian! Die Zeit Nr. 42/1992

Mehr auf die Umwelt achten. 


Den Reichtum der Natur erleben. 

© Sunny studio | Shutterstock, Inc. [US] 2018 

Wir alle brauchen draussen in der «reichen» Natur ganz persönliche Erlebnisse. 
Denn wir Menschen schützen nur das, was wir wertschätzen und wir wertschätzen nur das, was wir auch wirklich kennen.


Zuletzt und nicht ganz ernst gemeint

Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werden wir merken,
dass man Geld nicht essen kann.
Quelle: Unbekannt


Schliesslich und endlich

Mahatma Gandhi


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