Nachhaltig leben

7. Drei Massnahmen sofort umsetzen

1. CO2 - Ausstoss stoppen

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Keine kommende Katastrophe wurde je so gründlich untersucht wie die Klimaerwärmung. Und keine wurde so gründlich ignoriert.

Der Klimawandel sollte allen ein Anliegen sein, die sich um die Gesundheit kümmern, die sich um wirtschaftliche Stabilität und Investitionswerte sorgen und denen die Gerechtigkeit zwischen den Generationen am Herzen liegt - und das sollte jeder von uns sein. 
Übersetzt von: Christiana Figueres and Tom Rivett-Carnac. 2020. The Future We Choose - Surviving the Climate Crisis.

Die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2  °C erfordert eine rapide Dekarbonisierung der Weltwirtschaft. Scheitert dieses Vorhaben, hat das schwerwiegende Folgen für die zukünftigen Generationen.

Es ist Zeit, endlich der jungen Generation und der Wissenschaft zuzuhören und zu handeln.

Die vergangenen Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und gleichzeitig steigen die weltweiten Emissionen von Treibhausgasen weiter an.


2. Überkonsum zurückfahren

© Ljupco Smokovski | Shutterstock, Inc. [US] 2018

Wir müssen unseren Lebensstil überdenken und den masslosen Konsum zurückfahren. 

Der Verschleiss der Natur durch unsere konsumorientierte Lebensweise ist zu gross und gefährdet unsere Lebensgrundlage. 

Sehr oft konsumieren wir gar nicht, was wir wirklich brauchen. Vier von fünf Menschen richten den Konsum weniger nach ihren eigenen Bedürfnissen aus, sondern kaufen vielmehr, was ihre Freunde, Verwandten, Nachbarn oder Arbeitskollegen haben. 

Drei mächtige Statussymbole bestimmen noch immer unser Konsumverhalten. 

© Thomas Soellner | Shutterstock, Inc. [US] 2018

Grosses Auto

Seit jeher gilt ein grosses Vehikel als mächtiges Statussymbol. Früher waren es die Prunk-Kutschen von wenigen, dann der Rolls-Royce von einigen, der amerikanische Chevrolet von vielen und heute die immer grösseren Auto von fast allen Leuten. Seit 1980 hat sich das durchschnittliche Gewicht eines Autos verdoppelt.

Grosser Konsum von Fleisch und Fisch 

Seit jeher gilt grosser Fleischkonsum als mächtiges Statussymbol. Zuerst waren es die Gelage in den Palästen von wenigen [vor 200 Jahren hatten in Europa über 90 % aller Menschen in der Regel kein Fleisch zum Essen], dann das häufige Fleischessen in teuren Restaurants von vielen und heute das tägliche Fleischessen von fast allen Leuten. 

Für 1 kg Rindfleisch braucht es rund 33 Quadratmeter landwirtschaftliche Bodenfläche, für 1 kg Kartoffeln dagegen nur 0.3 Quadratmeter. 

Der Fischkonsum pro Kopf hat sich weltweit seit 1960 verdoppelt. 

Für kein anderes Konsumgut der Welt wird so viel Land benötigt wie für die Herstellung von Fleisch und Milch. Obwohl nur 17 Prozent des Kalorienbedarfs der Menschheit von Tieren stammt, benötigen sie 77 Prozent des globalen Agrarlands. 

Fleischatlas - Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel. Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Le Monde Diplomatique. 2018.

Grosser Wohnraum

Seit jeher gilt grosser Wohnraum als mächtiges Statussymbol. Früher waren es die Prunk-Schlösser von wenigen, dann die grossen Villen von einigen, das Eigenheim von vielen und heute die grossen Wohnungen von fast allen Leuten.

In der Schweiz z.B. beansprucht jeder Einwohner im Durchschnitt eine Wohnfläche von 42 Quadratmeter - doppelt so viel wie noch 1965.

Das bedeutet ein grosser Ressourcenverbrauch beim Bau des Wohnraums, eine grosse Zunahme an Energieverbrauch beim Heizen und ein grosser Folgekonsum wie dem Kauf von Möbeln und vielen zusätzlichen Wohnungseinrichtungen. Denn Leute in Europa besitzen im Durchschnitt rund 10.000 Gegenstände. 

Alle drei Statussymbole haben grosse Auswirkungen auf unsere Umwelt.

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3. Saubere und effiziente Technologien einsetzen

© art4all | Shutterstock, Inc. [US] 2018

Die Auswirkungen unserer derzeitigen Wirtschafts- und Lebensweise auf Natur und Klima können nur teilweise mit sauberen und effizienteren Technologien kompensiert werden.

Wir brauchen beidesdie rasche Umsetzung von sauberer Technologie und eine nachhaltige Lebensweise. Nur so können wir die Schieflage unseres Planeten korrigieren.

© Ditty_about_summer | Shutterstock, Inc. [US] 2018  

Die Politik muss Rahmenbedingungen festlegen, damit unser Wirtschaftssystem sich von der reinen Wachstumsstrategie verabschiedet und prioritär auf eine Nachhaltigkeitsstrategie setzt und damit nachhaltig leben für uns alle im täglichen Alltag praktisch und bequem wird.

  • Griffige Gesetze erlassen, damit der CO2 - Ausstoss reduziert wird.
  • Das Verursacherprinzip generell anwenden.
    Wer der Umwelt Schaden zuführt, muss dafür aufkommen.  
  • Subventionen für Ressourcenverbrauch stoppen. 
    Die Subventionen reichen in Europa z.B. vom steuerbegünstigten Diesel bis zur Stützung der Kohleindustrie, von der Steuerfreiheit für die Luftfahrt bis zu kostenlosen Emissionslizenzen für die Stahl- und die Chemieindustrie.

Es dürfen zudem umweltschädliche Aktivitäten unserer Wirtschaft nicht mehr länger mit dem Argument der Arbeitsplatzerhaltung am Leben erhalten bleiben.

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