nachhaltig  leben

Die Website richtet sich an Menschen, die ihren konsumorientierten Lebensstil überdenken wollen und soll Ausgangspunkt für weitere Überlegungen sein.
Es wird aufgezeigt, warum wir Menschen in den reichen Ländern, unser Leben nachhaltig ausrichten sollen.
 

Website gestartet: 2018 


nachhaltig leben - was ist zu tun?

Es geht um die Frage, was Nachhaltigkeit bedeutet, was für unsere Umwelt zu tun ist und wie dringlich es ist, auf eine nachhaltige Lebensweise umzusteigen. 


I. Wo steht die Menschheit? 


Die Welt hat sich durch Technologie und Industrialisierung radikal verändert.
Der Mensch aber, in seinem Verhalten, Denken und Hoffen ist der gleiche geblieben.

Das "Prinzip Verantwortung« muss heute in erster Linie dafür eingesetzt werden, zu bremsen, zu schützen, zu bewahren und so eine Entwicklung zu verhindern, die zum Untergang der Menschheit führen könnte.
Hans Jonas, Philosoph 1979 Das Prinzip Verantwortung

Wir stehen an der Schwelle einer Veränderung, die mit den gewohnten Fortschritten und Wandlungen nichts mehr gemein hat. Grund sind die nicht beabsichtigten Nebenfolgen des technischen Fortschritts. Diese sind jetzt zu zentralen Risiken geworden, deren Bewältigung uns fundamental überfordert. 
Ulrich Beck, Soziologe 1986 - Risikogesellschaft - Auf dem Weg in eine andere Moderne

Wir stehen einer Sprachlosigkeit gegenüber und wissen nicht, wie sie überwinden, um die Realität begreifbar zu machen, den Ernst der Lage angemessen zu beschreiben. 
George Marshall 2014 - Don't Even Think About It

Die Welt geht rasch auf eine soziale Transformation zur globalen Nachhaltigkeit zu. 
Johan Rockström 2017

Heute verfügen wir über genügend neues Wissen für die erforderlichen Veränderungen zum Erhalt unserer Welt. 
Ernst Ulrich von Weizsäcker 2017 - "Wir sind dran" Bericht an den Club of Rome

Bei globalen ökologischen Problemen geht es längst nicht mehr nur darum, effizienter zu produzieren. Für eine ganzheitliche ökologische und soziale Nachhaltigkeit braucht es darüber hinaus Konsumreduktion. Es geht um individuelle und kollektive Verhaltensänderung - und damit um Psychologie.
Hamann, Karen et al. 2016 - Handbuch zur Förderung nachhaltigen Handelns

It's so easy to do nothing, when you are busy night and day.
Aus dem Lied Desperation der Band Steppenwolf, 1968

II. Was heisst nachhaltig?

Nachhaltigkeit ist in aller Munde, aber oft nur vage verstanden. Zwei Definitionen:

Nachhaltigkeit ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. 
[Brundtland-Bericht - Our Common Future, Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, 1987]

Nachhaltigkeit [Ökologie] ist ein Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann. 
[Duden]

III. Was ist zu tun? 

Zwei weltumspannende Entwicklungen sind weit fortgeschritten. Sie haben bedrohliche Ausmasse angenommen. Wir müssen handeln.

  1. Massloser Konsum in reichen Ländern stoppen
    Wir Menschen in den reichen Ländern müssen unseren Lebensstil überdenken und den überbordenden Konsum zurückfahren.
  2. Grosses Wachstum der Bevölkerung in armen Ländern stoppen
    Die reichen Länder sollen die ärmeren Länder nicht mehr ausbeuten, sondern nachhaltig unterstützen. Die Menschen in diesen Ländern sollen auch einen guten Lebensstandard erreichen. Erst dann ist es möglich, das Wachstum der Bevölkerung zu stoppen. 

Technologische Entwicklungen zur Reduktion des Ressourcenverbauchs und zur Effizienzsteigerung sind hervorragende Anstrengungen und müssen mit voller Kraft vorangetrieben werden.

  • Die Auswirkungen durch unseren stetig wachsenden Konsum und das Wachstum der Weltbevölkerung können nur teilweise mit technologischen Lösungen kompensiert werden.
  • Wir brauchen beides, die rasche Umsetzung von sauberer Technologie und die nachhaltige Lebensweise von uns in den reichen Ländern. Nur so, werden wir die Schieflage unseres Planeten korrigieren.

Die Zeichen der Zeit deuten darauf hin, dass wir unseren vertrauten Lebensstil den neuen Gegebenheiten anpassen müssen, hin zu einer nachhaltigen Lebensweise. Je früher desto besser. Das bedeutet nicht, zurück in alte Zeiten. Im Gegenteil: Veränderungen bergen immer auch grosse Chancen und das ist bei der nachhaltigen Lebensweise nicht anders.

IV. Unser Entscheid

Aus freien Stücken nachhaltig zu leben, ist für uns Menschen neu. In der Vergangenheit lebten fast alle Menschen nachhaltig. Und auch heute lebt ein grosser Teil der Menschheit nachhaltig. Aber sie taten und tun dies nicht freiwillig. Sie sind ganz einfach durch äussere Lebensumstände dazu gezwungen. Es besteht für diese Menschen keine Wahlfreiheit. 

  • Wir Menschen in den reichen Ländern können und müssen uns entscheiden: Wollen wir weitermachen wie bisher oder wollen wir unseren überbordenden Konsum drosseln?

Es braucht jetzt verantwortungsvolle und engagierte Menschen, die aus eigenen Stücken anfangen, nachhaltig zu leben. Sie zeigen uns "anderen", wie ein nachhaltiges Leben - ganz ohne Lebensqualität einzubüssen - auch in der modernen Gesellschaft möglich ist.

V. Wie dringend ist es?

Der Bericht Grenzen des Wachstums des Club of Rome [Originalausgabe The limits to Growth 1972] befasste sich mit der Zukunft der Weltwirtschaft und äusserte damals die düstere Prognose, wonach

die «absolute Wachstumsgrenze auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht wird, wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält.»

All die Jahre bis heute wird die Tatsache, dass unbegrenztes Wachstum in einer begrenzten Welt nicht funktionieren kann, noch immer von vielen Entscheidungsträgern in den Wind geschlagen. 

Nur zu deutlich haben wir die Kollateralschäden dieses ungebremsten Wachstums vor Augen. 

  • Die Verwerfungen auf unserer Erde nehmen ein bedrohliches Ausmass an. Und dies nicht nur für uns heutige und alle zukünftigen Menschen, sondern auch für den Planeten Erde insgesamt.

Der neueste Bericht an den Club of Rome Wir sind dran von 2017 beschreibt den Status quo und ist gleichsam eine Agenda für gesellschaftlich relevante und mögliche Schritte der nächsten Jahre. Es wird davon ausgegangen, dass wir heute genügend neues Wissen für die erforderlichen Veränderungen zum Erhalt unserer Welt haben.

Wir hören oft: "Alles halb so schlimm. Die Natur wird es richten. Eine Epidemie kommt über die Menschheit und das Problem der grossen Weltbevölkerung ist gelöst."

Dieses zynische Argument blendet ein allenfalls grosses Elend von Millionen von Menschen aus und ist der klägliche Versuch, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Zur Veranschaulichung Beispiele aus einer langen Liste kritischer Entwicklungen:

  • In nur gut 200 Jahren wuchs die Weltbevölkerung von 900 Millionen auf fast 8 Milliarden Menschen. Im Jahr 2100 sollen geschätzte 10 - 12 Milliarden Menschen auf unserer Erde leben. 
  • Die Ausbeutung wertvoller Bodenschätze schreitet ungebremst voran und ohne Rücksicht auf den berechtigten Bedarf kommender Generationen. 
  • In den vergangenen 150 Jahren ist fast die Hälfte der fruchtbaren Böden auf der Erde verschwunden.
  • Jeden Tag sterben auf unserer Erde etwa 100 Arten von Lebewesen aus. Sie sind unwiederbringlich für immer verloren.
  • Wir sind daran, das Klima unserer Erde irreversibel zu verändern, mit letztlich ungewissen Folgen für Natur und zukünftige Menschen. 
  • Global ist der Anteil der Nutztiere auf 65 % und der von uns Menschen auf 32 % angestiegen. Der Anteil aller Wildtiere hingegen ist auf 3 % gesunken.
    [Prozentualer Anteil der Biomasse aller Wirbeltiere]

Es ist klar, was wir unternehmen müssen. Es stellt sich die Frage: